
Beantragtes Aufsichtsratsmitglied

Conrado Dornier ist Gründer des Unternehmens "Dornier Seawings", welches am "Air Tech Campus" Oberpfaffenhofen (Bayern) die Produktion und den Vertrieb einer neuen Generation von Flugbooten vorbereitet.
Als Luftfahrtunternehmer weiß ich wie wichtig es ist, technologisch nach vorne zu kommen. Die Luftfahrt ist heute ein globaler Wachstumsmarkt, bei dem Unternehmen aus den USA sehr stark sind. China und auch Indien holen in großen Schritten auf. In Europa gibt es praktisch nur einen globalen Player, das Unternehmen Airbus, in dem auch die Dornier GmbH aufgegangen ist. In Deutschland, speziell im Südwesten, haben wir alle Voraussetzungen für eine erneut führende Rolle. Wir haben hochspezialisierte Unternehmen der Luftfahrt, wir haben renommierte Forschungsinstitute, wir haben hochqualifizierte Arbeitskräfte in den benötigten Disziplinen. Es hapert aber am Zusammenwirken dieser Kräfte. Das geplante Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL), gefördert von der Zeppelin-Stiftung, wäre ideal geeignet, hier Kompetenzen zu bündeln, Know-how auszutauschen und neue, ehrgeizige Projekte zu verwirklichen. Und kein Thema bietet dafür mehr Chancen als die Riesenaufgabe, Fliegen ganzheitlich nachhaltig zu machen.
Weil in Oberpfaffenhofen gezeigt wurde, wie es funktioniert. Mit Unternehmergeist, guten Rahmenbedingungen und beherztem Handeln der Politik und der beteiligten Unternehmen konnten über 7.500 hochqualifizierte Arbeitsplätze erhalten und teilweise auch neu geschaffen werden. Im Übrigen haben wir hier auch keine Konkurrenzsituation, das ist ein ganz falsches Denken. Wir müssen in Deutschland alle Chancen, die es gibt nutzen, und gemeinsam in eine Richtung arbeiten.
Um Fliegen nachhaltig zu gestalten liegen schon heute technische Lösungsansätze vor, denken Sie nur an nachwachsende Kraftstoffe oder Wasserstoff. Notwendig ist die Reduktion schädlicher Emissionen, also vor allem des Verbrauchs von Kerosin. Ein weiterer großer Hebel liegt beim Zurückfahren des Verbrauchs von Rohstoffen bei der Produktion von Fluggeräten u.a. durch die Recyclingfähigkeit verwendeter Materialien, sowie die Reduktion des Fluglärms. Die notwendigen Technologiebereiche sind sehr vielfältig. Dazu gehören z.B. neue Antriebstechnologien unter Verwendung von Brennstoffzellen und Wasserstoff, Einsatz elektrischer oder hybrider Antriebe, Optimierung der Triebwerke, Reduktion des Verbrauchs von Materialien und Gewichtseinsparung durch Verwendung anderer Materialien. Und was das Ganze nicht nur spannend, sondern besonders relevant für die Arbeitsplatzsituation in Deutschland macht: in der Luft und Raumfahrt verbinden sich alle wesentlichen Hochtechnologien. IT, Künstliche Intelligenz, Kommunikations- und Navigationstechnik, Elektronik, Robotic, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Sensorik sowie das Thema neue Werkstoffe, um nur die wichtigsten zu nennen. Friedrichshafen war zu Zeiten von Graf Zeppelin, von Claude Dornier, von Wilhelm Maybach, von Graf Soden, von Hugo Eckener und den Belegschaften der Zeppelinbetriebe, gleichsam das Silicon Valley der internationalen Luftfahrt, trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen vor und nach dem ersten Weltkrieg. Das hat Aufstieg und Wohlstand der Stadt geprägt.
Antragsteller

Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin ist Rechtsanwalt und Familienunternehmer. Er ist der Urenkel des legendären Luftschiffpioniers Ferdinand Graf Zeppelin.
Nach der Stiftungssatzung ist der Chef der Stifterfamilie ein "geborenes Mitglied" im Aufsichtsrat der Zeppelin-Stiftung. Deshalb bin ich als Berechtigter befugt, einen Antrag nach § 84c BGB auf Bestellung eines Aufsichtsrates bei dem zuständigen Regierungspräsidium zu stellen. Die Rechtmäßigkeit der Stiftungsaufhebung wurde bis heute gerichtlich noch nie überprüft, dazu habe ich jetzt erstmalig die Gelegenheit. Ich würde es aber bevorzugen auf dem Verhandlungswege mit der Stadt Friedrichshafen zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.
Mein Urgroßvater hat mit der Erfindung des nach ihm benannten Luftschiffes eine Pioniertat vollbracht, von denen es in der Geschichte der Luftfahrt nur wenige gab. Und er hat, unter schwierigsten Bedingungen, daraus ein Geschäftsmodell aufgebaut, das zwischen den Weltkriegen vielen zehntausend Menschen die schnelle Reise in ferne Länder, zuvorderst die USA, ermöglicht hat. Er verfügte also nicht nur über einen technischen Genius, sondern hatte auch ein Gespür und den Mut, kaufmännisch etwas auf die Beine zu stellen. Die Krönung seines Schaffens war die Gründung der Zeppelin-Stiftung im Jahre 1908. Er wollte damit über seinen Tod hinaus die Luftfahrtforschung fördern, das war die Ambition für das er brannte und mit der er ganz Außerordentliches erreichte. Natürlich drehte sich in den ersten Jahren der Luftfahrt ganz stark um die Themen „Höher-Schneller-Weiter“, wie sollte es auch anders sein. Heute geht es, wenn man über Luftfahrt spricht, natürlich in erster Linie darum, wie man den Transport von Menschen und Gütern in der Luft nachhaltig gestalten kann. Denn Fliegen auf Basis des heutigen CO2-Ausstoßes kann so nicht mehr verantwortet werden. Es gibt also nur drei Möglichkeiten: Verzicht, Verbot oder Innovation. Ich glaube an die Kraft der Innovation, weswegen wir Mittel der Zeppelin-Stiftung in das geplante Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL) in Friedrichshafen leiten möchten.
Ich bin davon überzeugt, dass die Mittel der Zeppelin-Stiftung effizienter im Interesse der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt werden können. Mit dem geplanten Europäischen Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL) wird der Stadt und damit den Bürgerinnen und Bürgern eine dringend gebrauchte neue Perspektive eröffnet. Es winken Investitionen in Forschungsinfrastruktur, in neue Talente und Arbeitsplätze. Friedrichshafen hat damit die Chance, beim Thema „nachhaltiges Fliegen“ eine so führende Rolle in der Branche einnehmen, genau wie damals zu Zeiten des Ferdinand Graf Zeppelin, eines Claude Dorniers oder Wilhelm Maybachs. Davon haben alle etwas, am meisten aber die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Friedrichshafen.
Ich habe die Einsetzung eines Aufsichtsrats für die Zeppelin-Stiftung nach § 84c BGB beim Regierungspräsidium beantragt, das laut Entscheid des OLG Stuttgart hierfür zuständig ist. Unser Ziel ist es, durch Wiedereinrichtung der Zeppelin-Stiftung mit dem ursprünglichen Stiftungszweck, die Luftfahrtforschung zu unterstützen. Ich möchte ausdrücklich betonen: sollte es in der Zukunft Möglichkeiten für eine Einigung mit der Stadt Friedrichshafen geben, würde ich das sehr begrüßen.
Antragsteller

Ferdinand v. Brandenstein-Zeppelin ist der älteste Sohn von Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin. Er ist Geschäftsführer mehrere mittelständischer Betriebe. Er ist ebenfalls auf Grund der Satzung der Zeppelin-Stiftung antragsberechtigt nach § 84c BGB.